Food for Change

Deine Entscheidungen beim Essen können die Erde retten:
Gemeinsam halten wir den Klimawandel auf.

Auf der Suche nach Wasser
in der Chalbi-Wüste

Seit einiger Zeit leidet unser Land unter extremer Dürre und Sturmfluten, dazu der Straßenbau und die Ölausbeutung. Das stellt eine Gefahr für die Menschen, die Viehherden und die Gemeinschaften dar. 

Tumal Orto Galdibe
Viehhalter
Kenia



Mein Name ist Tumal Orto Galdibe. Ich bin ein Viehhalter aus den Weiden der Chalbi-Wüste in Nordkenia, die am Fuße der Hurri Hills in der Nähe des Dorfes Maikona im Marsabit County liegt. Ich halte Ziegen, Schafe und Kamele, um mein Auskommen zu bestreiten. Das ist meine Herde und mein Leben. So wie für all meine Vorfahren die letzten 235 Jahre lang. Ich hoffe, dass auch die nächsten Generationen dieses traditionelle Leben weiterführen können.

Aber seit einiger Zeit leidet unser Land unter extremer Dürre und Sturmfluten, dazu der Straßenbau und die Ölausbeutung. Das stellt eine Gefahr für die Menschen, die Viehherden und die Gemeinschaften dar. 

Wasser für meine Tiere zu besorgen, wird für mich allmählich eine riesige Herausforderung. Wir legen Entfernungen von bis zu 100 km zurück, um flache Weiden für die Ziegen zu finden. Die schwächsten Tiere und die Jungtiere lassen wir manchmal zurück, wenn die Reise zu hart ist. Seit 17 Jahren gibt es nicht mehr genügend Niederschläge, das hat die Weiden verwüstet. Eigenartige neue Krankheiten befallen die Tiere und die Schädlinge werden resistenter. Ernteausfälle machen es von Jahr zu Jahr schwieriger, die Tiere zu füttern, was dazu führt, dass wir auch weniger Milch und Fleisch zum Verkaufen haben. Das Einkommen der Haushalte, die von Viehzucht und Weidewirtschaft leben, wird immer geringer. Machen wir uns nichts vor: bei uns ist der Klimawandel zu spüren und wirkt sich hier und jetzt auf unser Leben auf. 

Wir können nicht darauf hoffen, dass die Lage besser wird. Sie wird noch schlechter werden.

Um unter diesen harten Bedingungen zu überleben, müssen wir mit unserer Herde immer weitere Entfernungen von ihren Hauptweiden zurücklegen. Wir trennen zwischenzeitlich die männlichen und die weiblichen Tiere der Herden, da wir es uns nicht leisten können Gefahr zu laufen, dass während der Trockenzeit neue Tiere geboren werden. Wir legen unterirdische Reservoirs unter den Weiden an, um die Kosten zum Mieten von Wassertanks zu reduzieren. Inzwischen entscheiden sich immer mehr Jungs für ein untätiges Leben in der Stadt, statt in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten. Sie sehen Viehzucht und Weidewirtschaft oft als Lebensmodell, das nicht genug Möglichkeiten bietet. Die Kinder, die bei ihren Hirtenvätern bleiben, leisten gute Arbeit und sind im Alter von 15 bis 35 Jahren aktiv mit dabei, die Tiere über lange Entfernungen zu Wasser und Weiden zu führen. Da das Leben allerdings immer härter wird und die Dürren länger andauern, fürchte ich, dass unser gesamtes Lebensmodell eines Tages aussterben wird.

Die riesigen Viehzüchter werden keinen Raum im städtischen Lebensmodell finden und auf lange Sicht von Viehhirten zu Klimaflüchtlingen werden.